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Wer hat Angst vorm ... jungen Vater?

RKW-Unternehmenswerkstatt zum Thema Flexible Arbeitszeit

Image

Informationen

Veröffentlicht:
30.06.2017
Projekt:
ArbeitsZeitGewinn
Verfasst von:
Beate Schlink

Zusammenfassung

RKW-Unternehmenswerkstatt in Overath nimmt das Thema Arbeitszeitflexibilisierung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf ins Visier.
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  • Wer hat Angst vorm ... jungen Vater?

Am 22.06.2017 fand in Kooperation mit der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsf?rderungsgesellschaft mbH in Overath eine RKW-Werkstatt zum Thema "Arbeitszeit" statt. Gabriele Held, Projektleiterin im RKW Kompetenzzentrum, begr??te eine bunte Mischung von F?hrungskr?ften und Personalverantwortlichen aus privaten und ?ffentlichen Dienstleistungs- bzw. Handwerksunternehmen. Es zeigte sich, dass die mehrheitlich kleinen Unternehmen bzw. Betrieben ihren Mitarbeitern schon einiges an Flexibilit?t bieten. Gleichzeitig war ein gro?er Bedarf zu erkennen, die bisherigen Ma?nahmen zu reflektieren und an neue Entwicklungen anzupassen. Dem Austausch unter den Teilnehmern wurde deshalb viel Raum gegeben. Allen gemein war der Wunsch, mit Flexibilit?tsangeboten gute Fachkr?fte im Unternehmen zu halten. Waren sich auch die Problemlagen h?ufig ?hnlich, zeigte sich, dass die L?sungen nicht ganz so einfach zu finden sind, denn sie m?ssen letztendlich zum einzelnen Unternehmen und der dort gepflegten Kultur passen. Eine one-fits-all-L?sung ist daher auch nicht m?glich, so das Fazit der Teilnehmer.

Was passiert eigentlich, wenn unsere jungen Mitarbeiter in Zukunft ebenfalls l?nger in Elternzeit gehen m?chten oder dauerhaft mehr zeitliche Flexibilit?t f?r die Betreuung ihrer Kinder beanspruchen?"

Auch wenn der Impuls nicht von den M?nnern ausgehen sollte, sei zu erwarten, dass die M?tter mehr und mehr dazu tendieren, sich am Erwerbsleben zu beteiligen und einen Teil der Familienpflichten abgeben m?chten, meinte die Gesch?ftsf?hrerin eines kleinen Handwerksbetriebes. "Die Berufsr?ckkehrerinnen wollen fast alle vormittags arbeiten, dadurch entsteht voraussichtlich demn?chst eine Kapazit?tsl?cke am Nachmittag. Wie kann ich die ?berbr?cken?", fragte sich der Vertreter eines Handelsunternehmens. "Lassen sich die Kunden erziehen, inwieweit kann ich Kundenstr?me steuern? M?ssen F?hrungskr?fte wirklich ganztags pr?sent sein oder sind auch Teilzeit- bzw. Jobsharing-Modelle m?glich? Wie halte ich die notwendige Kommunikation, den Austausch im Team aufrecht, wenn alle zu unterschiedlichen Zeiten oder an unterschiedlichen Orten arbeiten?", ?berlegten andere. Gelegentlich komme ihm seine Belegschaft wie ein "Flohhaufen" vor, weil die Arbeitszeiten inzwischen so unterschiedlich sind, stellte ein Mitdiskutant fest.

"Wir machen schon alles m?glich, was geht, allerdings sind wir nicht sicher, dass wir das in unserem schnell wachsenden Unternehmen durchhalten k?nnen", berichtet eine andere F?hrungskraft aus der IT-Branche. "Homeoffice geht bei uns nur im Ausnahmefall, wenn zum Beispiel ein Kind krank ist, ansonsten m?ssen unsere Teams anwesend sein, damit auch kurzfristig anberaumte Meetings m?glich sind", erkl?rt sie. Ein brillanter Software-Entwickler in l?ngerer Elternzeit oder im mehrmonatigen Sabbatical? Schwer vorstellbar.

Dass all diese Themen auch weiterhin interessant bleiben, zeigt eine k?rzlich ver?ffentlichte Studie des Instituts f?r Wirtschaftsforschung in K?ln. Sie belegt, dass immer mehr M?tter Elternzeit nehmen - aber danach fr?her in den Job zur?ckkehren. Der Anteil der V?ter, die sich im ersten Lebensjahr des Kindes in Elternzeit befinden ist von 0,5 Prozent im Jahr 2006 auf 3,9 Prozent 2014 angestiegen, so das IW. Unsere Teilnehmer sind also auf einem guten Weg, wenn sie sich weiterhin intensiv Gedanken machen und sich mit L?sungen auseinandersetzen. Damit sie dem Unternehmen wie den Mitarbeitern gleicherma?en nutzen, ist es wichtig, mit den Besch?ftigten im Gespr?ch zu bleiben. Diffuse ?ngste, dass man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowieso nicht zufriedenstellen kann, werden dann vielleicht ?berfl?ssig. Und gemeinsam lassen sich meist auch gute Kompromisse finden. Ohne die wird es schlie?lich auch in Zukunft nicht gehen.

Welche Flexibilisierungsm?glichkeiten mit fortschreitender digitaler Vernetzung m?glich werden, welche Konsequenzen sich f?r F?hrung, Kommunikation, Gesundheit und Kompetenzen im Unternehmen ergeben, ist auch Diskussionsgegenstand in unseren Unternehmenswerkst?tten "Digitalisierung und Arbeit". Weitere Informationen finden Sie hier.

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